Fünf giovani voci italiane
Eine Vorbemerkung

· Sabrina Maag — Ursula Reuter-Mayring — Birgit Ulmer ·


PID: http://hdl.handle.net/21.11108/0000-0007-C2D4-E

Horizonte — Neue Serie • Nuova Serie freut sich, in dieser Ausgabe auch eine Reihe von bisher unveröffentlichten Erzählungen sehr junger italienischer AutorInnen in der Rubrik «Voci» / «Literarische Stimmen» vorzustellen. Francesca Faccini, bei der wir uns herzlich dafür bedanken, hat unsere Aufmerksamkeit für diese AutorInnen und ihre literarischen Arbeiten geweckt, die sie durch das Studio Oblique, Rom, und den dort veranstalteten Wettbewerb 8×8 kennenlernte. Fünf giovani voci italiane umkrei­sen Themen von allerlei Schwellenübergängen; sie erzählen von der Müdigkeit und Verlorenheit angesichts des Erwachsenseins im Dickicht zwischen Kinderspielplatz und Friedhof (Marco Granata); von bedrohter und vermeintlicher Sicherheit zwischen Rea­lität und Imagination, die in einer von terroristischen Anschlägen und anonymen Autoritäten bestimmten Außenwelt und der alles beherrschenden Angst in der Innen­welt eines Paares ausgelotet wird (Valentina Maini); vom ohnmächtigen Sich-Fügen ebenso wie von dem Versuch der Selbstbestimmung in einer Welt junger Mädchen, die noch verstellt ist von naiven Klischees und diffusen Erwartungen (Domitilla Pirro); von einem gleichermaßen versuchten wie erzwungenen Aufbruch in einem Luna-Park, von Gaukelei und kathartischem Schrecken, die Bewegung und Stillstand eines Paares nachzeichnen (Lidia Tacito); von einem Tod und einem Schmerz, der alles Leben um sich herum erstarren lässt, und von seiner Abwehr durch Mutproben in der ent-naturi­sierten Welt moderner Massentierhaltung, die ein zartes Leben retten können (Laura Fusconi). Auch wenn wir bekannte literarische Muster hier und da vielleicht allzu deutlich wiedererkennen und formal nur wenig in diesen Texten ‹riskiert› wird, ent­wickeln sie doch, nicht zuletzt durch ihre Verortung in (gesellschafts-)politischen Kontexten, die die Probleme unserer Gegenwart und der nächsten Generationen be­nennen, eine gewisse poetische Wucht. Wir bedanken uns bei den AutorInnen und wünschen ihnen weiter geduldiges und mutiges Voranschreiten auf dem Weg zum Finden ihrer eigenen literarischen Stimmen!